Ungleiches Deutschland, ungleiches Mönchengladbach – Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt lokale Probleme auf

Mai 03, 2019

Mehr Kita-Plätze, mehr Ganztag an den Grundschulen, mehr Schulsozialarbeit, mehr Gesamtschulplätze: Mit diesen Forderungen reagiert die SPD-Fraktion auf die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Ungleiches Deutschland – Sozioökonomischer Disparitätenbericht 2019“ und die darin dokumentierten schlechten Ergebnissen für Mönchengladbach. „Es  treten krasse Fakten zutage, die uns zum Handeln zwingen. Wenn 32 Prozent aller Kinder in Armut aufwachsen, müssen wir konsequent auf Arbeit und Bildung setzen und dabei aufs Tempo drücken“, stellt der SPD-Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs fest.

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt, dass gerade einmal gut die Hälfte (54 Prozent) aller Mönchengladbacher arbeitet, Frauen weniger als Männer. Deutschlandweit liegt der Mittelwert bei 60 Prozent. „Zu viele Jugendliche verlassen in Mönchengladbach die Schule ohne Abschluss“, sagt Heinrichs. Auffallend positiv sticht die Stadt allerdings bei der Quote der hochqualifizierten Beschäftigten heraus. Anders als die meisten vergleichbaren Ruhrgebietsstädte beträgt der Anteil in Mönchengladbach mehr als zwölf Prozent. In Gelsenkirchen sind es dagegen nur acht Prozent.

„Verbindet man die meist unterdurchschnittlichen Ergebnisse miteinander, wird ein Bild deutlich. Mönchengladbach hat den Strukturwandel des letzten Jahrhunderts noch nicht überwunden und steht schon vor der nächsten Herausforderung. Auch wenn es gelungen ist, den Anteil von hochqualifizierten Arbeitsplätzen seit 2011 um fast 19 Prozent zu steigern, ist die andere Seite der Gesellschaft aus dem Abseits kaum herausgekommen“, stellt Heinrichs fest.

Auch wenn die Bestandsmieten dagegen kaum gestiegen sind und im Vergleich zu anderen Städten am unteren Ende der Skala liegen, ist dies laut Heinrichs nur ein schwacher Trost. Dies gilt ebenfalls für die Feststellung, dass 95 Prozent der Haushalte auf eine Breitbandversorgung von mindestens 50 Mbit/s zurückgreifen können.

Heinrichs: „Wir müssen stärker an die Familien herankommen und die Startchancen von Kindern verbessern. Es ist doch offenkundig, dass Kinder aus armen Familien häufiger im Teufelskreis hängen bleiben. Eltern brauchen Arbeit, auch wenn sie keine Ausbildung haben. Die Mittel dazu habe die SPD mit dem neuen Programm für langzeitarbeitslose Menschen im vergangenen Jahr geschaffen. Und Kinder brauchten gute Betreuung von Anfang an und Schulen, in denen sie Aufstieg durch Bildung erreichen können.

 

Die Ergebnisse der Studie sind zu finden unter: https://ungleiches-deutschland.de/iframe.html#

 

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