Warum mache ich Politik?

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Warum mache ich Politik?

Wieso eigentlich Politik? Hätte es kein schöneres Hobby geben können? Ständig unterwegs, immer unter Beobachtung durch Medien und den politischen Gegner. Warum sollte man sich heute noch politisch engagieren?

Weil Demokratie nur funktionieren kann, wenn es Demokraten gibt, die Politik machen! Und das beginnt schon im Kleinen. Als Schülersprecher meiner Schule kam ich mit 14 Jahren das erste mal in Verantwortung. Die Arbeit in der Schülervertretung und auch in der Bezirksschülervertretung, dessen Vorsitzender ich zwei Jahre war, haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, mit anderen zusammen zu arbeiten. Teamwork ist nicht nur bei der Organisation eines Schulfestes, sondern auch bei der Durchsetzung von Interessen der Schülerinnen und Schüler wichtig.

Die Teilnahme am ersten Jugendlandtag 2008, bei dem jeder Abgeordnete für vier Tage einen Jugendlichen aus seinem Wahlkreis nach Düsseldorf schicken konnte, war eine interessante Erfahrung. Die Mitglieder der SPD-Jugendlandtagsfraktion wählten mich für diese vier Tage zum Vorsitzenden und ich durfte den Platz der heutigen Ministerpräsidentin und damaligen Fraktionsvorsitzenden Hannelore Kraft einnehmen.

Politik darf und Politik muss auch Spaß machen! Und mir macht Politik Spaß! Vielleicht nicht jede Sitzung und nicht jede Entscheidung; aber insgesamt kann ich mich dafür begeistern die Entwicklung meiner Stadt und meines Landes mit zu gestalten. Die vielen interessanten Erfahrungen, die Begegnungen mit spannenden Menschen, die Chance, die Stadt lebenswerter zu machen, all das macht den besonderen Reiz von politischem Engagement aus.

Max Weber hat drei Qualitäten definiert, die jemand haben muss, um gute Politik zu machen:

„Man kann sagen, daß drei Qualitäten vornehmlich entscheidend sind für den Politiker: Leidenschaft – Verantwortungsgefühl – Augenmaß. Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit: leidenschaftliche Hingabe an eine ‚Sache’, an den Gott oder Dämon, der ihr Gebieter ist. [...] Sie macht nicht zum Politiker, wenn sie nicht, als Dienst an einer ‚Sache’, auch die Verantwortlichkeit gegenüber ebendieser Sache zum entscheidenden Leitstern des Handelns macht. Und dazu bedarf es – und das ist die entscheidende psychologische Qualität des Politikers – des Augenmaßes, der Fähigkeit, die Realitäten mit innerer Sammlung und Ruhe auf sich wirken zu lassen, also: der Distanz zu den Dingen und Menschen.“

Mommsen, Wolfgang J. et al (Hrsg.): Max Weber. Wissenschaft als Beruf (1917/1919). Politik als Beruf (1919). Studienausgabe, Tübingen 1994, S. 73-74.